Aus der Chronik

Aus der Chronik
PDF
Als Gründungsjahr wird 1781 genannt. Die Anfänge des gemeinsamen Musizierens liegen aber im Dunkeln, sicher ist aber, dass um diese Zeit Spielleute der Anraser Standschützen vorangezogen sind, Musikanten spielten Kirchen- und Tanzmusik.
Die Musikkapelle von Anras, dem geschichtsträchtigen Ort im Osttiroler Pustertal, ist zwar die älteste des Bezirks, mit einem Durchschnittsalter der 67 Musikanten/Innen von rund 25 Jahren dürfte sie aber eine der jüngstbesetzten sein.
um 1890 mit Johann Kraler als Kapellmeister

Bis zum Jahr 1878, als der begabte und gewissenhafte
Oberlehrer Hans Kaler für 33 Jahre die musikalische Leitung übernahm,sind die Aufzeichnungen lückenhaft.
Kaler arbeitete nach den damaligen Möglichkeiten sehr emsig,
dennoch musste er vor seinem Abgang aus Anras einen
Niedergang der Kapelle hinnehmen.

Ihm folgte nach 2 Jahren Oberlehrer Hermann Lercher, der sein Amt 40 Jahre pflichtgetreu ausübte. Ihm oblag es, die Kapelle nach zwei Weltkriegen wieder aufzubauen. 1931 wurde zum Anlass des 130 jährigen Bestehens der MK Anras ein großes Musikfest veranstaltet und eine neue Tracht angeschaffen. 1938 erreichte der Verein mit 40 Mann den damals höchsten Mitgliederstand. 1953 gelangten Würden und Bürden an das heimische Talent Paul Außerlechner, der kaum Gelegenheit zur Ausbildung hatte. Aus den Reihen der Musikanten stellte er eine Tanzkapelle zusammen, die weitum beliebt war.
Die Gesamtkapelle war wieder einmal in einer Krise, als 1968 Volksschuldirektor Karl Kröll durch Drängen das Kapellmeisteramt übernehmen musste. Als wieder ein geregelter Probenbetrieb einsetzte, konnte es nur aufwärts gehen. Aber selbst vielseitige Schulungen und ein Probenmaximum konnten die mangelhafte Ausbildung der meisten Musikanten nur teilweise kaschieren. Dennoch errang die Kapelle 1974 bei einem Wertungsspiel erstmals einen ersten Rang mit Auszeichnung in der Mittelstufe und erstmals waren auch weibliche Mitglieder dabei.
In diesen Jahren setzte das Blasmusikwesen in Österreich entscheidende Schritte zur Qualitätsverbesserung. Die neugeschaffenen Leistungsabzeichen für Jungmusikanten und das "Spiel in kleine Gruppen" sollten in Verbindung mit einer intensiven Instruktoren- und Kapellmeisterausbildung als längerfristiges Ziel das sinfonische Blasorchester schaffen. Das kam auch der MK Anras zugute, die sich inzwischen stark verjüngt hatte.

1980 übernahm der heutige Volksschuldirektor Josef Mascher die musikalische Führung der Kapelle und ihm verdankt die MK Anras letztlich ihren "Höhenflug". Mit Kompetenz, Ausdauer, Fleiß und einem langfristigen Konzept, in dem die Aus- und Weiterbildung die Hauptrolle spielen, hat er sich einen nahezu vollbesetzten Klangkörper geschaffen, mit dem er vorwiegend Arrangements aus klassischen Werken und zeitgenössischer Blasmusik spielte.
Zeugnis dieser hervorragenden Arbeit sind erfolgreiche Teilnahmen an verschiedenen Wertungsspielen (Bozen, Blasmusikpreis des ORF Tirol, Matrei i.O., Meran etc.) und zahlreiche CD Aufnahmen. Vor allem bei den Live-Mitschnitten diverser Frühjahrskonzerte kann man die Qualität der Musikkapelle erkennen.
Nach 27 Jahre übergab Sepp Mascher 2007 den Taktstock an HS-Lehrer Erich Pitterl. Mit seiner fundierten Fachkenntnis, dem dauernden Streben nach Neuem und viel Begeisterung für die Musik konnte er sich von Anfang an etablieren und führt die Musikkapelle Anras seitdem in eine erfolgreiche Zukunft.

Bisher war nur die Rede von den Kapellmeistern. Natürlich braucht es auch ein günstiges Umfeld, in dem eine Kapelle zu einem ausgezeichneten Blasorchester heranreifen kann. Ein fähiger und loyalen Obmann, einen einigen Vorstand, eine kulturbewusste Gemeindeführung und eine ausreichende Akzeptanz in der heimischen Bevölkerung. Man nimmt mit Selbstverständlichkeit die traditionellen Aufgaben einer dörflichen Musikkapelle wahr.

Man strebt aber auch gerne zu neuen musikalischen Ufern vor, zur Freude aller Mitwirkenden und der Freunde der Musikkapelle Anras.